Markus
Prachensky
Der aktive, bestimmende, nicht nachvollziehende Charakter der Malerei von Markus Prachensky mit ihrer Ausrichtung auf klare, grosszügige tektonisch-gestische Formen, steht für Bewusstsein und Veränderung, ein Ziel, das in den fünfziger Jahren zur Maxime einer handlungsbereiten Generation wurde und den Dialog innerhalb von Kunst und Gesellschaft ungemein befruchtete. Die angestrebte Einheit von Prachenskys Malerei (Ziel, Art und Gegenstand heben sich sozusagen auf und verschmelzen miteinander) zeigt im Ergebnis auch den Malprozess. Dem Weg zum fertigen Bild merkt man Spannung und Dynamik aber auch Gelassenheit an, die auf Erfahrung und Wissen gründet. Prachensky hat zu diesem Prozess der Bildfindung und künstlerischen Selbstverwirklichung in einem kurzen Manifest, das 1961 in Aschaffenburg veröffentlicht wurde, wie folgt geschrieben:
Nicht Anonymität des Künstlers, nicht Kollektiv der Idee, nicht intellektuelle Berechnung oder paratechnische Erfindung, nicht ein antiseptischer Abzug sind gefordert, sondern wirkliche Malerei mit allen Höhen und Tiefen des Lebens, und der Spiritualität - enfin „retournons à la peinture“.
Peter Baum 1997